Aus m'einer Geschichte

Hallo. Mein Name ist ArtUr Seewald und als ich realisierte, dass die Kunst und das Ur in meinem Vornamen steckt, gab ich meiner Mutter einen dicken Kuss und dankte ihr. Ich könnte natürlich jetzt weitere romantisierte Vorstellungen über mich, wie auch meine Malerei oder meine Musik offenbaren, könnte meinen küstlerischen Werdegang skizzieren, könnte auflisten, welche Schulen ich besuchte und welche Professoren mir ihre Techniken beibrachten. Ich könnte sicher auch weitere Referenzen aufweisen, könnte erzählen, welche Ausstellungen ich bereits hatte. All das wird hier nicht passieren, weil es nie passierte und für mich keinerlei Rolle spielt. Mein Lebenslauf besteht aus Lücken, in denen ich ausgiebig gelebt habe. Welchen Unterschied macht es für Dich, lieber Mensch? Was ändert es an der Kunst selbst? Siehst du ein Gemälde, das in aller Ruhe und in Freude im Hobbyraum entstand? Du fehlst weit. Die Malerei ist kein Hobby für mich. Es ist reines Lebendigsein. Alle meine Emotionen vestecken sich hinter den vielen hauchdünnen Schichten aus Öl.  

Warum ich male und musiziere, warum ich schreibe und spiele? Auch hier könnte ich nun ausschweifen. Runtergebrochen habe ich allerdings nicht den leisesten Schimmer. So einfach.
Ich saß als Kind am Fluss und beobachtete die minimalen bis maximalen Schwankungen des Lichts, die unterschiedlichen Farbwandlungen auf den Landmassen oder die Spiegelungen im Wasser und immer tiefer in mir kristallisierte sich der Wille hinter dem Willen-, formte sich die tiefe Intention heraus, diese durch Licht entstandenen Phänomene in all ihrer Präzision darzustellen. 
Genau hier fand immer und findet noch mein schier unendliches Kunststudium statt: In der Natur! In allen meinen Kreationen geht es nicht um spezielle und anerlernte Techniken. Seitdem ich nichts mehr Bestimmtes mit meinem mannigfaltigen Ausdruck erreichen muss, fließt etwas als Spiel in alle Richtungen und zwar ganz von selbst.
Ich glaube nicht an Talent, glaube nicht an berechenbare Intelligenzquotienten, glaube keineswegs an das Gehirn als all'einigen Erzeuger des Bewusstseins. Viel mehr geht es mir um eine innere Form der Ausrichung, die mich mit dem Unbekannten, dem nicht in Worte Fassbaren, dem Unerbittlichen und allem Über- und  Untergeordneten bindet. Viel mehr ist es die NatUrintelligenz, die alles Lebendige innerviert und die Welt'enseelen atmen lässt. 
Eines kann ich Dir zu 100% sagen... Ich habe allein durch das tiefere Schauen eines Schmetterlingsflügels, habe durch jenen einen Blick in den Grünschimmer eines Taubenhalses oder den in einen lichtdurchfluteten Tautropfen bereits so viele neue Welten entdeckt, dass es für drei Leben voller Gemälde ausreichen WÜRDE...

Vielleicht ist ja alles ganz einfach und dreht sich nur um das Eine...

...um die Spuren der Anwesenheit!



 
ArtUr❤